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© Anand Anders
Im Bild (von links): Markus Erhard (Bauleiter Riedel Bau), Susanne Baur (Geschäftsführerin B&O Concept), Stefan Röder (Bauüberwachung B&O Concept), Thorsten Grament (Projektleitung Landratsamt Schweinfurt), Landrat Florian Töpper, Rainer Illner (Projektleiter REA Beratende Ingenieure GmbH) und Frank Hart (Sachgebietsleiter Hochbau Landratsamt Schweinfurt).

Teil-Bauprojekt: Die Generalsanierung der Turnhalle am Beruflichen Schulzentrum Alfons-Goppel

Die Turnhalle am Berufsschulzentrum wird generalsaniert. Die Maßnahme im Überblick.

Landkreis Schweinfurt. Teil der großen Baumaßnahme am Berufsschulzentrum (BSZ) Alfons-Goppel ist die Generalsanierung der Turnhalle aus dem Jahr 1976/77. Nach umfangreichen Voruntersuchungen und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen wurde von der Regierung von Unterfranken die Sanierung der Zweifeldhalle genehmigt und mit einer Förderzusage beschieden. Der Kreisausschuss des Landkreises Schweinfurt genehmigte diese Sanierungsmaßnahme endgültig zusammen mit dem Neubau des BSZ in seiner Sitzung am 21.01.2020.

Während die Baumaßnahmen für den Neubau des BSZ bereits im November 2020 nach Vorbereitung des Baufeldes und der Gründung begannen, starteten die ersten Rückbauarbeiten an der Turnhalle im März 2021.

Vertreter des Landratsamtes sowie beteiligter Baufirmen und Planungsbüros machten sich am Dienstag, 6. Juli, vor Ort ein Bild vom Fortschritt des Projekts. „Die Maßnahme ist eine gesonderte Betrachtung wert aufgrund ihrer technischen Komplexität und auch aufgrund ihrer Dimension“, sagt Landrat Florian Töpper. Es gehe darum, die Zweifeldhalle „von ihrem Volumen her erhalten zu können“, der Bedarf an Hallen dieser Größenordnung im Raum Schweinfurt ist hoch. Insofern sei die Turnhallengeneralsanierung „mehr als eine Nebenbaustelle“ des BSZ-Neubaus, der nur wenige Meter entfernt entsteht. Wenngleich die Sanierung mit sehr hohem Aufwand verbunden ist, so ist Diplom-Ingenieurin Susanne Baur vom beauftragten Planungsbüro B&O Concept überzeugt: „Der Erhalt der Zweifachfläche war die richtige Entscheidung.“

Das Gebäude wird bis auf den Stahlbeton-Rohbau und die großen Holzleimbinder der Dachkonstruktion vollständig rückgebaut. Der angebaute Fahrradkeller wird abgerissen, da an dieser Stelle Flächen für den Unterricht zur Bewegungserziehung (Räume für Praxis- und Theorieunterricht) entstehen. Um die nach Raumprogramm notwendigen Räume zu schaffen, wird der bestehende Umkleidekern umstrukturiert.

Die beiden Sporthallenhälften bekommen je einen Zugang vom Turnschuhgang aus. Am Haupteingang werden die Treppen aufgelöst und ein ebenerdiger Eingang geschaffen. In diesem Bereich werden künftig die Besuchertoiletten angeordnet.

Die zusätzlichen SBE-Räume (SBE steht für Sport- und Bewegungserziehung) werden ebenerdig auf der Ostseite der Halle, im Bereich des bisherigen Fahrradkellers, angeordnet. Hierfür ist aus technischen Gründen der Teilrückbau des Bestandes notwendig.

Zwei zusätzliche Geräteräume werden auf der Nordseite zum Lückenschluss der Ecken angebaut. Für das Lüftungsgerät wurde vom Planungsbüro REA eine bauliche Erweiterung auf der Westseite des Sanitärtraktes für das Lüftungsgerät geplant. Die Planung der komplett neuen Elektroinstallation und Versorgung von der benachbarten Trafostation erarbeitete das Ingenieurbüro Pfister.

Die Dachkonstruktion der Turnhalle sollte ursprünglich erhalten werden. Nach Überrechnung des Tragwerkes mit den notwendigen Sanierungsmaßnahmen wurde vom Statiker Krebs + Kiefer in Zusammenhang mit aktuell zu berücksichtigenden Lastannahmen der Rückbau der Walmdachaufsattelung und Umbau zum Flachdach empfohlen. Hierzu wurden vom Architekturbüro B&O Concept verschiedene Varianten aufbereitet. In Abhängigkeit von den Festlegungen der Bauleitplanung konnte ein Flachdachaufbau festgelegt werden, was sich positiv auf die Gewichtssituation des neuen Daches auswirkt.

Die planmäßige Fertigstellung der Turnhallensanierung ist für Herbst 2022 vorgesehen. Die aktuelle Lage in Teilbereichen des Baustoffmarktes lässt dieses ohnehin ehrgeizige Ziel jedoch nicht einfacher erreichbar werden. Das gesamte Projektteam und alle beteiligten Firmen stehen vor einer besonderen Herausforderung, die immer wieder kreativen Umgang mit neuen Situationen erfordert.