Landkreis Schweinfurt. Sie leben mitten unter uns – und das oft im Verborgenen: Fledermäuse. Sie besiedeln Einfamilienhäuser, Hochhäuser, Kirchen, Scheunen, Brücken oder Keller und verstecken sich tagsüber hinter Fensterläden und Fassadenverkleidungen, in Spalten und kleinen Hohlräumen.
Nicht immer können Fledermäuse zu ihren bekannten Quartieren zurückkehren. Beispielsweise werden diese bei Sanierungen oder Umbaumaßnahmen oft unwissentlich zerstört.
Moderne Bau- und Sanierungstechniken lassen keine Spalten, Ritzen und Hohlräume mehr am Gebäude. Die Folge: Das Quartiernetz der Fledermäuse weist immer mehr Lücken auf.
Auch der Naturschutzbund Deutschland weist darauf hin, dass bereits vier der 24 heimischen Fledermausarten vom Aussterben bedroht sind. Neben dem Verlust des Lebensraums spielt auch eine erschwerte Nahrungssuche, vor allem durch die sinkende Zahl an Insekten, eine große Rolle.
Um auf Fledermäuse aufmerksam zu machen und die Wohnungsnot der kleinen Flugakrobaten zu lindern, indem Fledermausquartiere erhalten und beispielsweise bei Sanierungen berücksichtigt werden, hat das Landesamt für Umwelt 2005 die Aktion "Fledermäuse willkommen" ins Leben gerufen.
Mit einer entsprechenden Plakette, die meist direkt am Gebäude des Fledermausquartiers angebracht wird, können Bürgerinnen und Bürger sowie Institutionen zeigen, dass ihnen der Fledermausschutz wichtig ist.
„Ihr Engagement steht beispielhaft dafür, wie Umweltschutz ganz konkret vor der eigenen Haustür aussehen kann. Denn: Sie tragen entscheidend dazu bei, dass eine für unser Ökosystem bedeutsame Art wie die Fledermaus erhalten bleibt. Vielen Dank für Ihren Einsatz“, sagte Landrat Florian Töpper bei der offiziellen Übergabe der Auszeichnung „Fledermäuse willkommen“ im Landratsamt Schweinfurt.
Folgende Personen / Institutionen erhielten im Rahmen der offiziellen Übergabe die Auszeichnung:
- Familie Panzer, Schwebheim (Erhalt einer Wochenstube für Fledermäuse am Privathaus)
- Autohaus Deppisch,Werneck (Erhalt einer Wochenstube für Zwergfledermäuse am Autohaus)
- Pfarrei St. Bartholomäus Marktsteinach, Kirche Abersfeld (Erhalt einer Wochenstube für das Große Mausohr im Dachboden der Kirche Abersfeld)
- Pfarrei Maria vom Rosenkranz Gerolzhofen, Kirche Frankenwinheim (Erhalt einer Wochenstube des Grauen Langohrs im Dachboden der Kirche in Frankenwinheim)
- Pfarrei St. Peter und Paul Oberschwarzach, Kirche Oberschwarzach (Erhalt einer Wochenstube des Grauens Langohrs im Dachboden der Kirche)
- Gemeinde Schonungen (Erhalt des landesweit bedeutsamen Winterquartiers von Mopsfledermäusen im Wildenstallkanal in Marktsteinach)
- Landkreis Schweinfurt (Erhalt eines bedeutenden Winterquartiers mit sieben verschiedenen Fledermausarten auf Landkreisflächen im Stollensystem Kronungen)

