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Mobilitätskonzept Haushaltsbefragung

Ergebnis der Beteiligungsphase

Im Frühjahr 2018 fand eine umfangreiche Haushaltsbefragung im Landkreis Schweinfurt statt. Der Fragebogen bestand aus zwei Teilen: In Teil eins waren die Häufigkeiten der Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel in Abhängigkeit vom Wegezweck sowie die Orte, die je nach Wegezweck aufgesucht werden. Im zweiten Teil der Befragung waren die Teilnehmer angehalten, sämtliche Wege eines Stichtages zu protokollieren, inklusive Start- und Zielort, Wegezweck und gewähltes Verkehrsmittel. Zudem war es möglich, in einem freien Feld Anregungen/Wünsche und Kritik zu äußern.

Mit der Rücklaufquote von 5,11 Prozent (ca. 46.000 Haushalte, 2.349 ausgefüllte Fragebögen) sind die Verantwortlichen am Landratsamt zufrieden. Zu beachten ist, dass die Haushaltsbefragung von Beginn an nicht als repräsentative Befragung angelegt gewesen ist. Anteilig kommen die Teilnehmer aus den folgenden Regionen: 17 Prozent aus der Allianz Schweinfurter Oberland, 40 Prozent aus der Interkommunalen Allianz Oberes Werntal, 22 Prozent aus der Allianz Schweinfurter Mainbogen und 21 Prozent aus der Allianz Region MainSteigerwald.

 

Ergebnisse der Haushaltsbefragung

Die Verteilung des Transportaufkommens in der Verkehrsstatistik (also die Verkehrsmittelwahl) wird als Modal Split bezeichnet. Hier ergibt sich im Landkreis Schweinfurt ein eindeutiges Bild. Der Anteil der mit dem motorisierten Individualverkehr (MIV) zurückgelegten Wege liegt hier bei 78 %. Der ÖPNV wird bei 8 % der Wege genutzt, das Fahrrad bei 9 %, Fußwege machen schließlich 5 % aus (siehe Abbildung 1), den Vergleich zum bundesweiten Durschnitt zeigt Abbildung 2. Erkennbar hier ist die noch stärkere Dominanz des motorisierten Individualverkehrs im Landkreis Schweinfurt (+78%) sowie der sehr geringe Anteil an Fußwegen (5%). Trotz der Dominanz des MIV liegt der Anteil des ÖPNV mit 8% etwas über dem Durchschnitt für ländliche Räume.

Vor allem im bundesweiten Vergleich mit anderen ländlichen Räumen fällt die sehr starke Abhängigkeit vom Pkw im Landkreis Schweinfurt auf. So gibt es kaum Haushalte ohne Pkw (2%), im Gegenteil verfügen rund 70% aller Haushalte über mindestens zwei Pkws. Zieht man in Betracht, dass die Wegeanzahl (durchschnittlich 3,4 zurückgelegte Wege) und der Anteil der MIV-Fahrten am Modal Split nicht wesentlich höher ist als im bundesweiten Durchschnitt, bedeutet dies, dass ein großer Anteil an Fahrzeugen für vergleichsweise wenige Fahrten vorgehalten wird. Bei den freien Einträgen in der Haushaltsbefragung waren die meist genannten Verbesserungen folgende: Demnach wünschen sich 26% eine bessere Anbindung, 13% faire Preise, verständliche Tarife, 12% einen höheren Takt und 4% mehr Verkehr am Abend.

 

Haushaltsbefragung Abbildung 1

Abbildung 1: Modal Split im Landkreis Schweinfurt 2018 (n=6.523)

 

Haushaltsbefragung Abbildung 2

Abbildung 2: Hauptverkehrsmittel in ländlichen Räumen bundesweit (kleinstädtischer, dörflicher Raum) nach MiD 2017

Stand: 04.12.2018
Mobilität und Energie (12.3)

Weiterführende Themen

Mobilität, Öffentlicher Personennahverkehr, Bürgerbeteiligung,