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Wirtschaftsraum

Früher vorwiegend landwirtschaftlich strukturiert war der Landkreis Schweinfurt durch das traditionelle Gemüseanbaugebiet im Bereich der Gemeinden Gochsheim und Sennfeld sowie dem Heilkräuteranbau in Schwebheim als "Kräutergärtlein" Deutschlands bekannt. In den vergangenen Jahrzehnten kam es jedoch durch Erfindergeist, Fleiß und Aufgeschlossenheit zu einem rasanten Strukturwandel im Schweinfurter Land.

Kompetenz in Elektrotechnik - vernetzter Branchenmix als Standortvorteil

Zwar hat der Landkreis Schweinfurt auch weiterhin nur eine geringe Industriedichte zu verzeichnen, sein vielseitiger Branchenmix stellt jedoch einen wichtigen Standortvorteil der Wirtschaftsregion Schweinfurt dar. Dabei ist die wirtschaftliche Struktur von vielen kleineren und mittleren Unternehmen geprägt, kann aber auch mit klangvollen Namen punkten. Zu nennen sind innovativen Firmen der Radar- und Sensortechnik wie InnoSent (Donnersdorf) und Autoliv (Niederwerrn), die TRIPS Group (Automatisierungskonzepte, Grafenrheinfeld), FIS Informationssysteme und Consulting GmbH (SAP-Dienstleister, Grafenrheinfeld) oder die BELECTRIC-Gruppe (Photovoltaik-Kompetenzzentrum, Kolitzheim).

Mit Eichetti (Eiskonfekt, Werneck), Kühne (Feinkost, Sennfeld), Mainfrucht (Fruchtkonzentrate, Gochsheim), und Meßmer (Tee, Grettstadt) sind auch große lebensmittelverarbeitende Unternehmen im Landkreis Schweinfurt vertreten. Mehrere große Logistikdienstleiser haben ihren Sitz im Landkreis Schweinfurt wie die Schäflein AG (Röthlein), Pabst Transport GmbH (Gochsheim) sowie die Gerhardt Transport GmbH (Röthlein).

Mit weiteren starken Marken wie der Finstral GmbH (Fenster und Türen, Gochsheim), Winora-Staiger (E-Bikes, Sennfeld), Saint-Gobain (Werkstoffe und Bauprodukte, Gerolzhofen), wm meyer (Fahrzeugbau, Werneck) und Horna (Verpackungen, Grafenrheinfeld) profiliert sich der Landkreis Schweinfurt als vielseitig aufgestellte Wirtschaftsregion mit überregional bedeutsamen Kompetenzfeldern.

Kontinuierliche positive Entwicklung

Unterfranken gehört bei der Frage, in welchen Regionen prozentual die meisten Menschen in Lohn und Brot stehen, zu Europas Spitze. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten erreichte im Jahr 2016 einen neuen Höchststand im Landkreis Schweinfurt. Junge Talente sind die Zukunft einer Region. So setzt auch der Landkreis Schweinfurt auf den Nachwuchs, was aktuelle Zahlen belegen: Auf 100 Beschäftigte im Landkreis kommen rechnerisch 6,5 Auszubildende – ein Spitzenwert in Bayern. Daneben hat der Landkreis Schweinfurt seit Jahren ein positives Wanderungssaldo vorzuweisen. Die Zuzüge erfolgen zu 80% aus anderen Regionen Deutschlands, überwiegend in der Altersklasse der 25 - 65-Jährigen. Gute Voraussetzungen also für die Gewinnung qualifizierter Beschäftigter über Zuzug von Fach- und Führungskräften.

Anand Anders

Attraktiv für Unternehmen und Fachkräfte

Etwa 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten im Landkreis im produzierenden Gewerbe, zwei Prozent in der Landwirtschaft und 68 Prozent im Dienstleistungsbereich. Zurzeit stehen den Gewerbetreibenden rund 50 Hektar attraktive Industrie- und Gewerbeflächen zur Verfügung, die voll erschlossen sind und auf denen man sich sofort ansiedeln kann. Ein großes Zukunftspotential bieten auch die durch den Abzug der US-Armee frei werdenden Flächen der Conn Barracks. Die bestehenden Standortvorteile wie die gute Verkehrsanbindung, die gute Erreichbarkeit oder die günstigen Standortkosten der Region Schweinfurt können dort optimal ausgenutzt werden.

„Ländliche Region bedeutet nicht automatisch rückständig, trostlos und ohne Zukunft“, so die Prognos AG zu ihren Ergebnissen des Zukunftsatlas im Jahr 2013. Erfolgsfaktoren des Landkreises Schweinfurt sind sicherlich sein stark vernetztes Wirtschaftssystem, gute Ausgangsbedingungen durch die ansässigen Firmen, Forschungs- und Hochschuleinrichtungen in der Nähe und das große Potenzial, das durch die zuwandernden Fach- und Führungskräfte entsteht.