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Innovationsmotor mit Kooperationspotenzial!

Erstes Transferforum Mainfranken greift das Thema Medizintechnik auf

Die Medizintechnik stand im Fokus des ersten Transferforums Mainfranken, einer neuen Veranstaltungsreihe der Region Mainfranken GmbH in Kooperation mit der IHK Würzburg-Schweinfurt sowie der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) am 11. April 2019.

Wie moderne Medizintechnik den orthopädischen Operationssaal verändert, darüber informierte Professor Christian Hendrich, Ärztlicher Direktor des Orthopädischen Krankenhauses Schloss Werneck, die 70 Teilnehmer. Die Klinik zählt zu den Top-10 Kliniken für Endoprothetik in Deutschland und ist als einzige aus diesem Kreis im ländlichen Raum beheimatet. Durch die computerunterstützte Operationstechnik MAKOplasty® habe man bundesweit ein Alleinstellungsmerkmal beim Einsetzen von Hüft- und Knieendoprothesen geschaffen. „Mit dieser Technologie planen wir Operationen virtuell vor, führen diese mithilfe eines Roboters durch und erreichen damit ein bisher nicht gekanntes Maß an Präzision“, so Professor Hendrich. Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor ist die enge Vernetzung mit den Rehakliniken insbesondere im Bäderland Bayerische Rhön.

Das Leistungsspektrum der gastgebenden FHWS in Sachen Medizintechnik präsentierte Professor Walter Kullmann als Leiter des Instituts für Medizintechnik Schweinfurt (IMES). Im Fokus des Instituts stehe die Prototypen-Entwicklung medizinischer Diagnose- und Therapiesysteme sowie Assistenzsysteme für die Pflege, die in enger Partnerschaft mit regionalen Industrieunternehmen, Kliniken, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen realisiert werde. Bisherige Ergebnisse dieser Kooperation seien unter anderem die Entwicklung eines USB-Spirometers sowie innovative Lösungen für die mobile multimodale kardiovaskuläre Diagnostik, die Atemgas-Diagnostik von Volkskrankheiten oder die photodynamische Therapie in der Dermatologie.

Letzteres war auch Gegenstand des Vortrags von Helmut Reinhard, Geschäftsführer der Reinhard Feinmechanik GmbH aus Dietzenbach, der anhand eines Kooperationsprojekts mit dem Institut für Medizintechnik der FHWS die industrieseitige Perspektive des Wissenstransfers zwischen Hochschule und Unternehmen beleuchtete. So gelte es, auf Basis einer kritischen Bewertung der eigenen Ressourcen und Stärken mögliche Forschungspartner zu identifizieren. Gerade für KMUs sei dieser Weg auch aus Kostengründen der erfolgversprechendere, als fehlende Kompetenzen selbst aufzubauen. Auch habe es sich als wertvoll erwiesen, im Rahmen eines vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten ZIM-Projekts einen externen Experten für die Begleitung des Antragverfahrens und die gesamte Projektadministration hinzuzuziehen.