Soziale Hilfen und Hilfsangebote

Unterstützungsangebote in der Region und Gesetzesänderungen der Bundesregierung können Bürgern helfen

Arbeiten von zu Hause oder gar um den Arbeitsplatz bangen, wenig bis gar keine sozialen Kontakte oder gar die Sorge um kranke Angehörige – viele Menschen sind direkt oder indirekt von der Corona-Krise betroffen. Doch manche trifft es womöglich noch etwas härter. Im Folgenden haben wir, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, daher einige zentrale Kontakte zusammengestellt, bei denen Bedürftige Hilfe in der Region erhalten können.

Eine ganze Reihe diverser ehrenamtlicher Dienstleistungen bietet die Freiwilligenagentur GemeinSinn des Landkreises Schweinfurt. Ob Hilfe beim Einkaufen oder technische Unterstützung beim Einrichten eines Heim-Arbeitsplatzes – die Bürger, die ehrenamtlich helfen wollen, können sich an die Freiwilligenagentur wenden. Diese hat zur Koordination der Unterstützungsangebote und der Hilfegesuche eine eigene Plattform unter www.freiwilligenagentur-gemeinsinn.de/corona-hilfe eingerichtet.

Eine Ergänzung zum Angebot der Freiwilligenagentur bietet die Diakonie Schweinfurt. Diese hat eine Telefon-Hotline geschalten für Privatpersonen in sozialen Notlagen. Die Hotline

01512/7135608

ist Montag bis Freitag von 8.30 bis 16 Uhr erreichbar. Unter dieser Nummer vermittelt die Diakonie Hilfen für Menschen, die zum Beispiel Unterstützung bei Online-Antragsstellungen benötigten, da derzeit Behördenbesuche nicht möglich sind. Arbeitsrechtliche Fragen können hier allerdings nicht beantwortet werden.

Der Allgemeine Soziale Beratungsdienst ist ein offenes Angebot für alle Hilfesuchenden und erreichbar unter Telefon: 09721/7158-30 und 09721/7158-35 oder per E-Mail: asbd@caritas-schweinfurt.de

Die Tafel in Schweinfurt sowie die Außenstelle in Gerolzhofen sind aktuell geöffnet. Aktuelle Informationen zu den Öffnungszeiten sowie zum Farbsystem für die Berechtigten finden Sie auf der Website der Tafel Schweinfurt bzw. der Unterseite zur Außenstelle Gerolzhofen.

Der Hospizverein Schweinfurt begleitet Schwerkranke und Sterbende und ihre An- und Zugehörigen.

Wir sind erreichbar unter der Telefonnummer 09721 / 533 11 50 (bitte sprechen Sie auch auf den Anrufbeantworter, wir rufen zeitnah zurück).
 

Von den bayerischen Ministerien für Gesundheit oder Inneres und Migration sowie der bayerischen Integrationsbeauftragten erfolgte seit dem Sommer leider keine Aktualisierung der bereitgestellten Informationen zum Corona-Virus sowie zu den jeweils gültigen Regelungen in anderen Sprachen mehr. Wir möchten Sie deshalb bis auf weiteres an dieser Stelle auf das Internetangebot des Bayerischen Rundfunks "CORONA IN BAVARIA: NEWS AND ASSISTANCE IN OTHER LANGUAGES" verweisen, das Informationen in sechs weiteren Sprachen anbietet.

Daneben bieten die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie die Integrationsbeauftrage der Bundesregierung allgemeine Informationen zum Coronavirus sowie zu Hygieneregeln in verschiedenen Sprachen an - allerdings wird hier selbstverständlich nicht auf die spezifischen Vorschriften der jeweils aktuell gültigen bayerischen Infektionsschutzverordnung Bezug genommen. 

Die weltweite Corona-Krise setzt viele Menschen unter Stress. Öfter als sonst kann es bei Paaren und in Familien zu Streit oder sogar zu häuslicher Gewalt kommen.

Beratungs- und Schutzangebote bei seelischen Krisen oder häuslicher Gewalt finden Sie auf den Internetseiten www.bayern-gegen-gewalt.de und www.staerker-als-gewalt.de. Neben den Kontaktdaten von Beratungsstellen sind auch weitergehende Informationen sowie Tipps zu finden, wie Konflikten zu Hause vorgebeugt werden kann.

Bundestag und Bundesrat haben ein Gesetz für den leichteren Zugang zu Sozialleistungen beschlossen.  Die Änderungen sollen helfen, die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für die Bürgerinnen und Bürger abzufedern.

Aufgrund der außergewöhnlichen Situation auf dem Arbeitsmarkt haben diejenigen, die bereits vor der Krise arbeitssuchend waren und Arbeitslosengeld nach dem SGB III bezogen, derzeit geringere Aussichten auf eine neue Beschäftigung. Die Bundesregierung hat deswegen beschlossen, dass das Arbeitslosengeld nach dem SGB III für diejenigen um drei Monate verlängert wird, deren Anspruch zwischen dem 01.05.2020 und dem 31.12.2020 enden würde.  

Für einzelne Branchen führen die Maßnahmen zur Vermeidung des Coronavirus dazu, dass Menschen vorübergehend erhebliche Einkommenseinbußen erfahren. Dies kann alle Erwerbstätigen betreffen, insbesondere aber Kleinunternehmer und sogenannte Solo-Selbständige. Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) können deswegen vorübergehend einfacher ausgezahlt werden.

Dafür erfolgt u.a.

  • eine befristete Aussetzung der Berücksichtigung von Vermögen sowie
  • befristet eine vollständige Anerkennung der anfallenden Kosten für Unterkunft und Heizung.

Zuständig ist das Jobcenter Landkreis Schweinfurtin der Agentur für Arbeit Schweinfurt (Kornacherstraße 6, 97421 Schweinfurt).

E-Mail: Jobcenter-LK-Schweinfurt@jobcenter-ge.de

Telefon 09721/547-650

Die bayerische Staatsregierung will Eltern, die wegen des Betretungsverbots aufgrund der Coronavirus-Pandemie keine Kindertagesbetreuung oder Mittagsbetreuung in Anspruch nehmen können, für drei Monate von den Kosten entlasten. Dazu sollen den Trägern in der Kindertagesbetreuung und in der Mittagsbetreuung die Elternbeiträge im April, Mai und Juni 2020 pauschal ersetzt werden. Im Gegenzug müssen die Träger für diese Zeit auf die Elternbeiträge verzichten. 

Eltern von Kindern in der Notbetreuung leisten grundsätzlich weiterhin ihre Elternbeiträge. Für Eltern, die aufgrund des Beitragsersatzes keine Elternbeiträge bezahlen, entfällt in der Folge der Anspruch auf das Krippengeld. Die Beitragserstattung wird aktuell von den Gemeinden umgesetzt. 

Familien erhalten einmalig einen Kinderbonus von 300 Euro je Kind. Dazu wird das Kindergeld entsprechend aufgestockt. Der Kinderbonus wird nicht auf die Grundsicherung angerechnet und bei besserverdienenden Haushalten mit dem Kinderfreibetrag verrechnet.

Um die Einkommen von Alleinerziehenden zu stabilisieren, wird der Entlastungsbetrag in der Einkommensteuer für die Jahre 2020 und 2021 auf 4.000 Euro mehr als verdoppelt.

Familien, bei denen sich aktuell das Einkommen durch Kurzarbeit, Arbeitslosengeld oder geringere Einnahmen reduziert, können leichter den Kinderzuschlag erhalten. Die Prüfung des Kinderzuschlags soll deswegen nur noch durch die Prüfung des Einkommens im letzten Monat vor der Antragstellung erfolgen. Zudem erfolgt eine befristete Aussetzung der Berücksichtigung des Vermögens, um die Leistung unbürokratischer zugänglich zu machen und Notsituationen leichter abzufangen.

Zuständig ist die Familienkasse Bayern-Nord

E-Mail: Familienkasse-Bayern-Nord@arbeitsagentur.de

Telefon: 0800/455 55 30

Erhöhung des Kurzarbeitergeldes
Die Bundesregierung hat beschlossen, dass das Kurzarbeitergeld für diejenigen, die Kurzarbeitergeld für eine um mindestens 50 Prozent reduzierte Arbeitszeit beziehen, ab dem 4. Monat des Bezugs auf 70 Prozent (bzw. 77 Prozent für Haushalte mit Kindern) und ab dem 7. Monat des Bezuges auf 80 Prozent (bzw. 87 Prozent für Haushalte mit Kindern) des pauschalierten Netto-Entgelts erhöht wird. Diese Regelung ist ebenfalls bis zum 31.12.2020 befristet.
Diese Regelung ist bis zum 31.12.2020 befristet.

Zuverdienst während der Kurzarbeit
Der Bund hat zum 01.04.2020 die Möglichkeit eines Zuverdienstes während der Kurzarbeit neu geregelt . Mit dem vorübergehenden Verzicht auf die vollständige Anrechnung des Entgelts aus einer während Kurzarbeit aufgenommenen Beschäftigung wird ein Anreiz geschaffen, auf freiwilliger Basis vorübergehend Tätigkeiten aufzunehmen. Bis zur Höhe des bisherigen Einkommens können Kurzarbeiter dadurch ihr Einkommen steigern.
Diese Regelung ist bis zum 31.12.2020 befristet.

Statt Kurzarbeit: Einsatz bei einem anderen Arbeitgeber
Um Kurzarbeit zu vermeiden, können Unternehmen in der aktuellen Corona-Krise übrigens auch eigene Arbeitnehmer an andere Unternehmen, die einen akuten Arbeitskräftemangel haben, verleihen. Dies ist auch ohne einer „Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz“ möglich, wenn

  • die betroffenen Arbeitnehmer der Überlassung zustimmen,
  • die Arbeitnehmerüberlassung nur ausnahmsweise erfolgt und
  • diese zeitlich begrenzt auf die aktuelle Krisensituation ist.

Die gesetzliche Regelung hierzu finden Sie in § 1 Absatz 3 Nummer 2a AÜG. Angesichts der besonderen Bedeutung derartiger Einsätze ist es sachgerecht und dem unionsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz entsprechend, wenn die eingesetzten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit den Stammbeschäftigten im Einsatzbetrieb gleichgestellt werden.

Grundsätzlich nicht erlaubt ist die Überlassung von Arbeitskräften an Unternehmen des Baugewerbes für Tätigkeiten, die üblicherweise von Arbeitern verrichtet werden. Was ein Baubetrieb ist, ergibt sich aus der Baubetriebe-Verordnung.

Quelle: Bundesarbeitsministerium

Um Problemen bei der Saisonarbeit insbesondere im Bereich der Landwirtschaft durch die Corona-Krise Rechnung zu tragen, sollen die Zeitgrenzen für kurzfristige Beschäftigung auf eine Höchstdauer von fünf Monaten bzw. 115 Tagen ausgeweitet werden. Für eine kurzfristige Beschäftigung gelten Regelungen wie bei einer geringfügigen Beschäftigung.

Auch die Weiterarbeit oder Wiederaufnahme einer Beschäftigung nach Renteneintritt soll erleichtert werden. Damit in der aktuellen Situation Rentner, die mit ihrer Arbeitskraft Unterstützung leisten wollen, auch finanzielle Vorteile davon haben, können im Jahr 2020 statt bisher 6.300 Euro nun 44.590 Euro hinzuverdient werden. Bis zu diesem Höchstbetrag wird die Altersrente nicht gekürzt.

Für Eltern, die wegen der Betreuung ihrer Kinder vorübergehend nicht arbeiten können, hat die Bundesregierung einen Entschädigungsanspruch geschaffen. Danach erhalten Eltern, die wegen der Schließungen von Schulen und Kindergärten nicht arbeiten können, unter bestimmten Voraussetzungen Ersatz für ihren Verdienstausfall.

Erwerbstätige Sorgeberechtigte von Kindern bis zum 12. Lebensjahr oder Kindern mit Behinderungen können damit Verdienstausfälle abmildern. Die Verdienstausfälle müssen dadurch entstehen, dass sie ihre Kinder aufgrund der Schließung von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen selbst betreuen müssen und daher ihrer beruflichen Tätigkeit nicht nachgehen können. Voraussetzung ist, dass die Betroffenen keine anderweitige zumutbare Betreuung (z. B. durch den anderen Elternteil oder die Notbetreuung in den Einrichtungen) realisieren können. Risikogruppen wie z. B. die Großeltern des Kindes müssen (und sollen) zur Betreuung nicht herangezogen werden.

Ein Verdienstausfall besteht nicht, wenn es andere Möglichkeiten gibt, der Tätigkeit vorübergehend bezahlt fernzubleiben, wie etwa der Abbau von Zeitguthaben. Auch gehen Ansprüche auf Kurzarbeitergeld dem Entschädigungsanspruch grundsätzlich vor. Die Entschädigung in Höhe von 67 % des Nettoeinkommens wird für bis zu zehn Wochen (bei Alleinerziehenden bis zu 20 Wochen) gewährt und ist auf einen monatlichen Höchstbetrag von 2.016 Euro begrenzt. Die Auszahlung übernimmt für die ersten sechs Wochen der Arbeitgeber. Die Regelung gilt nicht für Zeiten, in denen die Einrichtung wegen der Schulferien ohnehin geschlossen wäre, und ist befristet bis Ende des Jahres 2020. Eine Verlängerung der Regelung ist wahrscheinlich.

Der Arbeitgeber bekommt die ausgezahlte Entschädigung erstattet.

Umfangreiche Informationen zu diesem Entschädigungsanspruch bietet das Bundesarbeitsministerium und das IFSG-Portal, über das fast bundesweit die Entschädigung beantragt werden kann.  

In Bayern kann diese Leistung über ein eigenes Onlineportal beantragt werden. Weitergehende Informationen dazu finden sich auch im bayerischen Behördenwegweiser. Zu beachten ist insbesondere die in Bayern erforderliche Bestätigung "Keine anderweitige zumutbare Betreuungsmöglichkeit“ (beachten Sie bitte insbesondere die Hinweise zum Home-Office).  

Wer aufgrund der Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes (IfsG) einem Tätigkeitsverbot unterliegt oder unterworfen wird und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, aber nicht krank ist, hat grundsätzlich einen Rechtsanspruch auf eine Entschädigung nach § 56 Abs. 1 IfsG. Dabei hat bei Arbeitnehmern der Arbeitgeber für die Dauer des Arbeitsverhältnisses, längstens für sechs Wochen, die Entschädigung für die zuständige Behörde auszuzahlen. Die ausgezahlten Beträge werden dem Arbeitgeber auf Antrag von der zuständigen Behörde erstattet. Danach erfolgt die Auszahlung direkt von der zuständigen Behörde.  

Die Entschädigung bemisst sich nach dem Verdienstausfall. Wenn das Tätigkeitsverbot - also die Quarantäne auf Grund einer Corona-Infektion - direkt für einen Arbeitnehmer ausgesprochen wurde,  entspricht die Entschädigung in den ersten sechs Wochen dem Verdienstausfall. Danach entspricht sie der Höhe des Krankengelds.

Wenn einem Kind, das das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, die Betretung der Schule oder des Kindergartens auf Grund einer Corona-Infektion und der damit verbundenen Quarantäne untersagt wird, sind die oben dargestellen Regelungen ("Unterstützung für Familien: Lohnersatz bei Kinderbetreuung") zu beachten (bis zu 10 Wochen, 67 Prozent des Verdienstausfalls) . 

Muss ein krankes Kind betreut werden, haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf unbezahlte Freistellung von ihrem Arbeitgeber. Gesetzlich Versicherte haben während dieser Zeit einen Anspruch auf Kinderkrankengeld (§ 45 Abs. 1 SGB V), wenn u.a. eine andere in ihrem Haushalt lebende Person die Betreuung nicht übernehmen kann und das Kind unter 12 Jahren alt oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist. Je Kalenderjahr hat jeder Elternteil, bei dem die genannten Voraussetzungen vorliegen, für jedes Kind maximal für 10 Arbeitstage Anspruch auf Kinderkrankengeld. Bei Alleinerziehenden verdoppelt sich der Anspruch auf bis zu 20 Arbeitstage je Kind. Bei mehreren Kindern erhöht sich die Anspruchsdauer entsprechend. Insgesamt hat jeder Elternteil Anspruch auf höchstens 25 Arbeitstage Kinderkrankengeld pro Kalenderjahr. Für Alleinerziehende gilt hier die Höchstdauer von bis zu 50 Arbeitstagen.

Aufgrund der Corona-Pandemie wird das Kinderkrankengeld verlängert. Im Jahr 2020 gilt nun folgende Regelung: Für jedes Kind besteht für maximal 15 Arbeitstage Anspruch auf Kinderkrankengeld. Bei Alleinerziehenden verdoppelt sich der Anspruch auf bis zu 30 Arbeitstage je Kind. Bei mehreren Kindern erhöht sich die Anspruchsdauer entsprechend. Insgesamt hat jeder Elternteil Anspruch auf höchstens 35 Arbeitstage Kinderkrankengeld pro Kalenderjahr. Für Alleinerziehende gilt hier die Höchstdauer von bis zu 70 Arbeitstagen.