Flucht und Asyl

Informationen zum Asylverfahren, zur Registrierung und zu Ausweisdokumenten

Wenn Sie als Asylsuchender nach Deutschland einreisen, müssen Sie sich zuerst registrieren lassen und alle Dokumente vorlegen, die sich in Ihrem Besitz befinden. Ohne Registrierung gilt Ihr Aufenthalt als illegal. Wenn Sie sich nicht schon bei Ihrer Einreise an der Grenze als asylsuchend gemeldet haben, müssen Sie sich bei einer Polizei, einem Ausländeramt oder direkt bei einem Ankunftszentrum melden. Nach der Registrierung wird Ihnen in der Aufnahmeeinrichtung Ihr Ankunftsnachweis (AKN) ausgestellt.
Den Ankunftsnachweis müssen Sie (wie alle Dokumente!) unbedingt gut aufbewahren! Sie brauchen dieses offizielle Dokument zusammen mit Ihrem Pass, um sich auszuweisen und um staatliche Leistungen (Unterkunft, medizinische Versorgung) zu beziehen.
Bei Ihrem ersten Termin beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellen Sie Ihren Asylantrag (1. Interviewtermin).
Mit dem 2. Interviewtermin findet die eigentliche Anhörung statt. Das BAMF entscheidet über Ihren Asylantrag und sendet Ihnen darüber einen Bescheid zu.
 
Falls Sie einen positiven Bescheid erhalten, sind Sie nun als Flüchtling anerkannt. Sie erhalten den „Anerkennungs-Bescheid“ vom BAMF. Dies ist ein sehr wichtiges Dokument. Nun müssen Sie folgende Schritte unternehmen:
  • Beantragung neuer Dokumente in der Ausländerbehörde
    Nehmen Sie Ihre Aufenthaltsgestattung und den Anerkennungs- Bescheid vom BAMF mit. In der Ausländerbehörde beantragen Sie nun Ihre Aufenthaltserlaubnis. Diese wird in Form eines elektronischen Aufenthalts-Titels (eAT) erteilt und in der Bundesdruckerei in Berlin hergestellt. Bis Ihr(e) neues/en Dokument(e) fertig sind, bekommen Sie eine vorläufige Bescheinigung.
  • Terminvereinbarung mit dem Jobcenter
    Bisher haben Sie Ihre finanzielle Unterstützung vom Sozialamt erhalten. Nun erhalten Sie diese vom Jobcenter. Melden Sie sich sofort beim Jobcenter. Dort erhalten Sie auch Unterstützung bei der Arbeitssuche.
  • Wohnungssuche
    Sie dürfen nun in eine eigene Wohnung ziehen.
Negativer Bescheid
Falls Sie einen negativen Bescheid erhalten und Sie ihn anfechten möchten, wenden Sie sich bitte umgehend an die Flüchtlings- und Integrationsberatung. Diese bespricht mit Ihnen das weitere Vorgehen und kann Sie ggf. an spezialisierte Anwälte vermitteln.
 
Flüchtlings- und Integrationsberatung im ANKER-Zentrum (Caritas und Diakonie)
 
Flüchtlings- und Integrationsberatung Stadt und Landkreis Schweinfur(Diakonie)
An den Schanzen 6, 97421 Schweinfurt
Telefon: 09721-2087 102 oder 104
 
Aufenthaltstitel
Jeder Asylsuchende erhält ein Dokument, das Auskunft über den Aufenthaltsstatus gibt. Es sagt auch, ob Einschränkungen der Erwerbstätigkeit zu beachten sind.
 
Es gibt 5 verschiedene Dokumente
1. Ankunftsnachweis
 
Status: Asylbegehrende
Hintergrund: Wird Ausländern ausgestellt, die um Asyl begehrt haben. Gültig für die Zeit zwischen Meldung als Asylbegehrender und offizieller Asylantragstellung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).
 
2. Aufenthaltsgestattung
 
Status: Asylsuchende
Hintergrund: Wird zur Durchführung eines Asylverfahrens bis zur Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ausgestellt.
Hinweis: Die Aufenthaltsgestattung für Asylsuchende enthält Auflagen zu Beschäftigung, Wohnsituation und anfänglicher räumlicher Beschränkung.
Ist eine Arbeitsgenehmigung notwendig, kann diese bei der Ausländerbehörde beantragt werden (Arbeitgeber oder Arbeitnehmer)
-> Zuständig bei Vermittlung in Arbeit: Bundesagentur für Arbeit
 
3. Fiktionsbescheinigung
 
Status: Anerkannte Flüchtlinge
Hintergrund: Dokument für den Übergang ab positivem Entscheid Asylverfahren bis zur Erteilung der Aufenthaltserlaubnis.
 
4. Aufenthaltserlaubnis
 
Status: Anerkannte Flüchtlinge
Hintergrund: positive Asylentscheidung
Die Aufenthaltserlaubnis ist ein zeitlich befristeter Aufenthaltstitel. Sie wird zu den im Aufenthaltsgesetz genannten Zwecken erteilt (z.B. Aufenthalt aus humanitären Gründen).
Die Aufenthaltserlaubnis eröffnet die Möglichkeit eines späteren unbefristeten Aufenthaltsrechts (Niederlassungserlaubnis)
-> Uneingeschränkter Zugang zum Arbeitsmarkt ohne Arbeitsgenehmigung
-> Zuständigkeit für die Vermittlung in Arbeit oder finanzielle Leistungen: Jobcenter
 
5. Duldung
 
Status: Geduldete
Hintergrund: Negative Asylentscheidung
Eine Duldung ist eine Aussetzung der Abschiebung und kein rechtmäßiger Aufenthalt! Sie wird erteilt, wenn eine Abschiebung aus rechtlichen, tatsächlichen, humanitären, persönlichen Gründen unmöglich ist.
 
Generelle Duldungsregelung für bestimme Gruppen durch Anordnung der obersten Landesbehörde für die Dauer von längstens 3 Monaten möglich („Abschiebungsstopp“). -> Zuständig bei Vermittlung in Arbeit: Bundesagentur für Arbeit

 

Stand: 17.12.2020
Besondere Aufgaben (20.1)