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Blauzungenkrankheit (BT): Verbringungsregelungen

Aufgrund mehrerer Ausbrüche der Blauzungenkrankheit, zuletzt am 20.02.2019 im Rems-Murr-Kreis, liegt jetzt auch das gesamte Gebiet des Landkreises Schweinfurt innerhalb der 150 km Restriktionszone (BT-Sperrgebiet). Dieses erstreckt sich mittlerweile über mehrere Bundesländer sowie zahlreiche Landkreise in Bayern. Eine Karte mit den derzeit in Bayern betroffenen Landkreisen finden Sie als Link am Ende dieser Seite. Beim Verbringen empfänglicher Tiere (Rinder, Schafe, Ziegen) zu einem anderen Haltungs- oder Schlachtbetrieb sind die hierfür nach Tierseuchenrecht vorgeschriebenen Anforderungen zu erfüllen, die alle das Ziel haben, die Verbreitung der Blauzungenkrankheit einzudämmen. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat hierzu eine tabellarische Übersicht erstellt, die Sie ebenfalls als Link am Ende dieser Seite aufrufen können. Im Nachfolgenden geben wir hierzu folgende näheren Erläuterungen.

1) Verbringen von Rindern, Schafen und Ziegen innerhalb des Sperrgebietes (gilt sowohl für Zucht- und Nutz- als auch für Schlachttiere)
- Das Verbringen ist nur mit Genehmigung des für den Ursprungsbetrieb zuständigen Veterinäramtes zulässig. Antrag hierzu ist die „Tierhaltererklärung zum Verbringen innerhalb des Sperrgebietes“
- Es wird nicht zwischen Schlachttieren und Zucht- oder Nutztieren unterschieden
- Die Tierhaltererklärung ist dem Veterinäramt spätestens am Tag des Verbringens vollständig und korrekt ausgefüllt und unterschrieben postalisch (Schrammstr. 1, 97421 Schweinfurt), per FAX (09721/55-372) oder per E-Mail (vetamt@lrasw.de) zu übermitteln. Unter der Voraussetzung, dass die Tiere am Tag der Verbringung keine klinischen Symptome der Blauzungenkrankheit zeigen, gilt die Genehmigung damit als erteilt.
- Die Tierhaltererklärung ist den Tieren im Original mitzugeben.

2) Verbringen von Schlachttieren (Rinder, Schafe, Ziegen) ohne gültigen Impfschutz aus dem Sperrgebiet in einen im freien Gebiet gelegenen Schlachtbetrieb innerhalb Deutschlands
- Die Tiere dürfen ausschließlich nach Genehmigung des für den Ursprungsbetrieb zuständigen Veterinäramtes zum Schlachten verbracht werden.
- Bestätigung des Freiseins von Anzeichen für das Vorliegen eines Verdachtes oder einer Infektion der Blauzungenkrankheit bei diesen Tieren durch den Tierhalter unter Verwendung der „Tierhaltererklärung zum innerstaatlichen Verbringen von Schlachttieren aus dem gemaßregelten Gebiet in freie Gebiete“
- Mit Übersendung der vollständig und korrekt ausgefüllten und unterschriebenen Tierhaltererklärung an das Veterinäramt Schweinfurt postalisch (Schrammstr. 1, 97421 Schweinfurt), per FAX (09721/55-372) oder per E-Mail (vetamt@lrasw.de) spätestens am Tag des Verbringens gilt die Genehmigung als erteilt.
- Die Tierhaltererklärung ist den Schlachttieren im Original mitzugeben.

3) Verbringen von Zucht- und Nutzrindern ohne gültigen Impfschutz gegen BTV8 in freie Gebiete in Deutschland
- Die Rinder müssen innerhalb von sieben Tagen vor dem Verbringen mit negativem Ergebnis auf  BTV8 mittels PCR (EDTA-Blut) untersucht worden sein.
- Die Tiere müssen vom Zeitpunkt der Probenahme bis zum Verbringen nach Herstellerangaben mit einem Repellent (insektenabwehrender Aufguss) behandelt worden sein.
- Ausfüllen der "Tierhaltererklärung für das Verbringen ungeimpfter Zucht- und Nutzrinder in freie Gebiete". Die Tierhaltererklärung ist an das Veterinäramt zu faxen und den Tieren unter Beifügung des Untersuchungsbefundes im Original mitzugeben.
- Diese Regelung ist derzeit befristet bis 30.06.2019!

4) Verbringen von Zucht- und Nutzschafen oder -ziegen ohne gültigen Impfschutz gegen BTV8 in freie Gebiete in Deutschland
- Die Schafe oder Ziegen müssen innerhalb von sieben Tagen vor dem Verbringen mit negativem Ergebnis auf BTV8 mittels PCR (EDTA-Blut) untersucht worden sein.
- Die Tiere müssen vom Zeitpunkt der Probenahme bis zum Verbringen nach Herstellerangaben mit einem Repellent (insektenabwehrender Aufguss) behandelt worden sein.
- Bestätigung der Untersuchung und der Repellentbehandlung auf der „Tierhaltererklärung zum innerstaatlichen Verbringen ungeimpfter Schafe / Ziegen aus gemaßregelten Gebieten in freie Gebiete“
- Die Tierhaltererklärung ist spätestens am Tag des Verbringens vollständig und korrekt ausgefüllt und unterschrieben dem Veterinäramt postalisch (Schrammstr. 1, 97421 Schweinfurt), per FAX (09721/55-372) oder per E-Mail (vetamt@lrasw.de) zu übermitteln. Durch rechtzeitige Übersendung der Tierhaltererklärung gilt die Genehmigung als erteilt.
- Zusätzlich ist die Tierhaltererklärung den Tieren im Original mitzugeben.

5) Verbringen von geimpften Rindern, Schafen und Ziegen ab einem Alter von drei Monaten in freie Gebiete in Deutschland
- Bei Rindern: Grundimmunisierung nach Angaben des Impfstoffherstellers gegen BTV8 mit Eintragung in die HIT-Datenbank
- Wiederholungsimpfungen gegen BTV8 mit Eintragung in die HIT-Datenbank wurden jeweils innerhalb von einem Jahr durchgeführt. (Hier wird eine verzögerte Nachimpfung (z.B. durch Nicht-Verfügbarkeit des Impfstoffes) bis zu einem Zeitraum von maximal drei Monaten Verzögerung als Auffrischung toleriert)
- Einhaltung einer Wartezeit von 60 Tagen nach Abschluss der Grundimmunisierung vor dem Verbringen
- Für derartige Fälle ist keine Tierhaltererklärung erforderlich

oder
- Grundimmunisierung nach Angaben des Impfstoffherstellers gegen BTV8 mit Eintragung in der HIT-Datenbank.
- nach 35 Tagen Wartezeit vor Abschluss der Grundimmunisierung negative virologische Untersuchung der zu verbringenden Tiere mittels PCR (aus EDTA-Blut).
- Beim Veterinäramt ist ein formloser Antrag auf Genehmigung des Verbringens zu stellen.

- Bei Schafen/Ziegen:
Es gelten folgende Bedingungen:
- Alle Tiere des Bestandes sind klinisch unauffällig.
- Die BTV-Grundimmunisierung der zu verbringenden Tiere wurde entsprechend dem Impfprotokoll des Herstellers abgeschlossen (die vom jeweiligen Hersteller angegebene Zeitspanne bis zur Ausbildung einer belastbaren Immunität wurde eingehalten)
- Die Bestandsimpfungen sind in der HIT-Datenbank zu erfassen, zusätzlich ist die anhängende tierärztliche Impfbescheinigung (Schaf/Ziege Einzeltiere bzw Wanderschafherden) mitzuführen.
- Die Tiere wurden unmittelbar vor dem Verbringen einer wirksamen Repellentbehandlung unterzogen - Bestätigung auf der Impfbescheinigung!

6) Verbringen von Kälbern bis zum Alter von drei Monaten von geimpften Kühen mit Biestmilchverabreichung in freie Gebiete in Deutschland
- Grundimmunisierung der Mutterkuh nach Angaben des Impfstoffherstellers gegen BTV8 mit Eintragung in die HIT-Datenbank, wobei diese vier Wochen vor dem Abkalben abgeschlossen sein muss.
- Wiederholungsimpfungen gegen BTV8 mit Eintragung in die HIT-Datenbank wurden jeweils innerhalb von einem Jahr durchgeführt. (Hier wird eine verzögerte Nachimpfung (z.B. durch Nicht-Verfügbarkeit des Impfstoffes) bis zu einem Zeitraum von maximal drei Monaten Verzögerung als Auffrischung toleriert)
- Das Kalb muss innerhalb der ersten Lebensstunden Kolostralmilch der Mutter erhalten haben: Bestätigung dieser Voraussetzungen durch den Tierhalter durch die „Tierhaltererklärung Kälber“
- Die Tierhaltererklärung ist spätestens am Tag des Verbringens vollständig und korrekt ausgefüllt und unterschrieben dem Veterinäramt postalisch (Schrammstr. 1, 97421 Schweinfurt), per FAX (09721/55-372) oder per E-Mail (vetamt@lrasw.de) zu übermitteln. Durch rechtzeitige Übersendung der Tierhaltererklärung gilt die Genehmigung als erteilt.
- Zusätzlich ist die Tierhaltererklärung den Tieren im Original mitzugeben.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen das Veterinäramt unter der Rufnummer 09721/55-310 gerne zur Verfügung!

Stand: 18.04.2019
Veterinäramt (SG 32) , Veterinärwesen (32.1)