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von links: Sennfelds Bürgermeister Oliver Schulze, der Chef der Agentur für Arbeit Schweinfurt Thomas Stelzer, der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Bode, Landrat Florian Töpper, VINTIN Geschäftsführer Michael Datzer.

Landrat besuchte VINTIN GmbH in Sennfeld

Digitalisierung als Chance für die Region

Landkreis Schweinfurt. Landrat Florian Töpper hat zusammen mit Vertretern der Agentur für Arbeit, der IHK, der Gemeinde Sennfeld und des Landratsamtes die VINTIN GmbH in Sennfeld besucht. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises Schweinfurt organisiert einmal im Quartal einen Unternehmensbesuch, den Landrat Florian Töpper als Arbeitstermin nutzt, um sich vor Ort mit den Firmenvertretern über aktuelle Themen und Herausforderungen auszutauschen.

Geschäftsführer Michael Datzer, der die Besuchergruppe um Landrat Florian Töpper bei VINTIN willkommen hieß, berichtete zunächst über die Anfänge seines Unternehmens: 1990 gründete er die Danes Datennetzwerktechnik. Es folgten spezialisierte Ausgründungen, die sich heute alle unter dem Dach der VINTIN GmbH vereinen. Inzwischen hat sich VINTIN zu einem führenden IT- und Digitalspezialisten entwickelt, der seine Kunden bei der Planung und Umsetzung von ganzheitlichen Digitalisierungsstrategien, bei der Modernisierung von Arbeitsplätzen und Infrastrukturen und bei der Entwicklung von neuen digitalen Diensten und Geschäftsmodellen unterstützt.

Zu den Kunden von VINTIN gehören Unternehmen jeder Größenordnung, Behörden sowie zahlreiche Organisationen aus dem Bereich Kirche und Wohlfahrt. Unter anderem statteten die IT-Spezialisten aus Sennfeld den Deutschen Bundestag mit Software und Datentechnik aus oder erarbeiteten für die Bamberger Symphoniker eine IT-Lösung für deren Tourneeplanung. Die VINTIN Gruppe, mit Hauptsitz in Sennfeld bei Schweinfurt, beschäftigt rund 170 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von 30 Millionen Euro. Weitere Standorte befinden sich in Fulda, Leipzig, München sowie in Malters in der Schweiz.

Die digitale Transformation war das beherrschende Thema in der Gesprächsrunde. Michael Datzer und Christoph Waschkau, Geschäftsführer der VINTIN Solutions GmbH, schilderten den durch das Vordringen der Informatik aktuell stattfinden Umbruch in Arbeitswelt und Gesellschaft. Der damit einhergehende überdurchschnittliche Bedarf an IT-Spezialisten verstärkt den bereits bestehenden Fachkräftemangel. Auch bei VINTIN ist dieser spürbar und zeigt sich durch offene Stellen in fachspezifischen IT-Berufen, die aktuell nicht besetzt werden können.

Anhand von konkreten Beispielen wurde den Anwesenden plastisch vor Augen geführt, welche Auswirkungen die Digitalisierung für den regionalen Arbeitsmarkt haben wird. Wie Michael Datzer mehrmals betonte, ist es nicht die Frage, ob die digitale Transformation auch die ansässigen Unternehmen tangiert, sondern nur wann diese erfolgt. „Die Digitalisierung wird in der Region Schweinfurt, mit über 20.000 Industriearbeitsplätzen als einer der bedeutenden Industriestandorte in Bayern, zu großen Verschiebungen der Arbeitsplätze zwischen Branchen, Berufen und Anforderungsniveaus führen“, so Datzer.

Eine frühzeitige und intensive Auseinandersetzung mit dem Thema sei daher unabdingbar. Mit der i-Factory besteht die Möglichkeit, die digitale Zukunft der Region mitzugestalten, da waren sich alle Anwesenden einig. Doch Datzer appellierte an die Verantwortlichen der i-Factory, den Fokus auch insbesondere auf den Mittelstand zu richten. Denn in der mittelständisch geprägten Region sei es vor allem dieser, der maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg beitrage.

Michael Datzer ist mit dem Standort Sennfeld sehr verbunden, da schon sein Vater auf dem Gelände früher einen Elektrogroßhandel betrieb. Obwohl wie Datzer sagt, seine Kunden überwiegend von außerhalb der Region kommen, liegt ihm sehr daran, die Region gut bei der digitalen Transformation zu unterstützen. Dafür, so Datzer, wolle VINTIN auch gerne die Kompetenz seiner IT-Spezialisten zur Verfügung stellen. Denn hier liege die große Chance für die Region, sich als „digitale Region“ zu positionieren und auch als solche zu vermarkten.

Landrat Florian Töpper bedankte sich für die eindrucksvollen Ausführungen zur digitalen Transformation und künstlichen Intelligenz sowie für die angebotene Unterstützung von VINTIN, aktiv die digitale Zukunft des Landkreises Schweinfurt und der Region mitzugestalten. „Gerade der ländliche Raum biete enorme Potentiale für junge Fachkräfte und die ansässigen mittelständischen Unternehmen können attraktive berufliche Perspektiven bieten, wie die VINTIN Gruppe vortrefflich zeigt“, so Landrat Töpper.