Die Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen am Landratsamt Schweinfurt 23.05.2012
VerhütungPlan B - die Pille danachUngewollt schwanger; das trifft immer mehr Teenager. Die Pille danach ist eine Notfallindikation und für den Dauergebrauch nicht konzipiert, da die Nebenwirkungen nicht unerheblich sind. Findet der Eisprung erst nach 5 Tagen dieses Missgeschicks statt, kann es immer noch zu einer Schwangerschaft kommen. Spermien überleben 3 bis 5 Tage im Eileiter und befruchten dann die Eizelle. Genau hier setzt die Wirkungsweise bei der „Pille danach“ an. Das gestagenartige Hormon Levonorgestrel verhindert unabhängig vom Zyklustag der Einnahme die Reifung der Eizelle sowie den Eisprung unter der Voraussetzung, dass dieser noch nicht stattgefunden hat. Der Transport der Eizelle im Eileiter sowie die Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter werden mit diesem hochwirksamen Medikament verhindert. Die gleichzeitige Einnahme von Antibiotika, Mittel die Johanniskraut enthalten, Medikamente gegen epileptische Anfälle und Erkrankungen des Darms können die Wirkung der „Pille danach“ erheblich beeinträchtigen beziehungsweise aufheben. Die Wirkungsweise lässt erheblich nach, wenn die Pille danach oft hintereinander eingenommen wird. Je zeitnaher die Pille danach nach der Verhütungspanne eingenommen wird, umso sicherer ist die Wirkungsweise. Studien haben gezeigt, erfolgt die Einnahme innerhalb von 24 Stunden, besteht ein Schutz vor ungewollter Schwangerschaft zu 95%. Nach 24 Stunden ist die Wirksamkeit auf 85% gesunken und nur noch eine Wirkung von 58% weist das Präparat bei der Einnahme von 48 bis 72 Stunden auf. Kommt es innerhalb von 3 Stunden nach Einnahme der „Pille danach“ zum Erbrechen, muss das Medikament noch einmal eingenommen werden und es ist ratsam, seinen Gynäkologen aufzusuchen. Die „Pille danach“ ist ein gut verträgliches Medikament, trotzdem kann es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen. Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Brustspannen, leichte Bauchschmerzen, Schwindelgefühle und leichte Schmierblutungen können nach der Einnahme des Präparates auftreten. Die kurzfristige Hormonzuführung kann zu Zyklusverschiebungen, Menstruationsstörungen und zur einer Verschiebung der Follikelreifung im nächsten Zyklus führen. Falls die Verhütungspanne an einem Wochenende oder an einem Feiertag passiert ist, dann ist die Notambulanz beziehungsweise der Notdienst eines Krankenhauses der Ansprechpartner. Sinnvoll ist es in diesem Fall vorher dort anzurufen, da nicht jedes Krankenhaus die „Pille danach“ verschreibt. Die Krankenkasse übernimmt bei den gesetzlich krankenversicherten Frauen bis zum vollendeten 20. Lebensjahr die Kosten für die „Pille danach“. Ebenfalls kostenlos sind dazugehörende notwendige Voruntersuchungen, Beratungen und Kontrolluntersuchungen. Privat versicherte Frauen müssen die Medikamentenkosten der Pille danach übernehmen, diese betragen ca. 17,00 €. Patienten unter 18 Jahren bezahlen keine Rezept- und Praxisgebühr. Ab dem vollendeten 18. Lebensjahr müssen 5,00€ Rezeptgebühr und 10,00€ Praxis- oder Notdienstgebühr beglichen werden. Ab dem 20. Lebensjahr fallen 10,00€ Praxisgebühr und die Medikamentenkosten an. In einigen Ländern und Städten gibt es hinsichtlich der Kostenübernahme für Sozialhilfeempfängerinnen und Bezieherinnen von ALG II Ausnahmeregelungen, nachfragen lohnt sich. Eine Kontrolluntersuchung sollte nach ungefähr 3 Wochen nach Einnahme der Pille danach auch dann beim Gynäkologen erfolgen, wenn keine Nebenwirkungen aufgetreten sind. Pille und Kondom weiterhin beliebteste VerhütungsmittelWiesbaden – „Pille“ und Kondom sind die beliebtesten Verhütungsmittel in Deutschland. 53 Prozent der Frauen verhüten mit der „Pille“, wie aus einer in Wiesbaden veröffentlichten Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hervorgeht. Kondome verwenden demnach 37 Prozent der befragten sexuell aktiven Männer und Frauen zwischen 18 und 49 Jahren. Beide Verhütungsmittel zusammen werden vor allem in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen benutzt. Nach Pille und Kondom folgen der Studie zufolge mit jeweils zehn Prozent die Spirale und die Sterilisation. Diese Verhütungsmethoden würden mit zunehmendem Alter und abgeschlossener Familienplanung gewählt. Andere Verhütungsmittel wie Hormonstäbchen, Vaginalring oder Dreimonatsspritze würden nur von ein bis zwei Prozent der Befragten benutzt.Insgesamt verhüten drei Viertel der sexuell aktiven Frauen und Männer. Der Anteil derer, die Verhütungsmittel verwendeten, ist mit 91 Prozent in der Altersgruppe von 18 bis 24 am größten. Bei den 40- bis 49-Jährigen liegt der Wert bei 68 Prozent. Die Bundeszentrale stellte die Ergebnisse zum Auftakt des Ersten Deutschen Verhütungskongresses im März 2011 vor. Einer Studie aus dem vergangen en Jahr zufolge verhüten die meisten Mädchen und Jungen zwischen 14 und 17 Jahren beim ersten Mal mit Kondom. Die „Pille“ landete auf Rang zwei. Donnerstag, 31. März 2011 www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp
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