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Aktuelles aus dem Personalrat
Bei seiner letzten Sitzung am Montag, 12. März 2012, beschäftigte sich der Personalrat u.a. mit folgenden Themen: 1. Mobile Reserven Aktueller Einsatz (Stand: 12.03.12) Grundschule Mittelschule Fachlehrer insgesamt zugewiesen: 31 17 7 eingesetzt an GS 20 - 6 eingesetzt an MS - 11 0 erkrankt 3 2 1 Elternzeit/ abgeordnet/beurlaubt Fortbildung 1 7 0 1 3 0 0 1 0 nicht eingesetzt 0 0 0 a) Zahlenmäßig (auf dem Papier) ist die Mobile Reserve im Bereich unseres Schulamtes durch die Anstellungen mit befristeten Arbeitsverträgen mit insgesamt 55 Beschäftigten so gut wie nie vorher ausgestattet. Leider sind 18 nicht einsetzbar (Freistellungsphase Altersteilzeit, Erkrankungen, Elternzeit). Außerdem sind viele MR Teilzeitkräfte mit reduziertem Unterrichtsauftrag. b) Schwierig erweist sich auch die Vertretungssituation bei Ganztagsklassen am Nachmittag. c) Die gängige Praxis (vorübergehend) nicht einsetzbare Beschäftigte als MR zu „parken“, wird vom Personalrat als flexibles Lösungsmodell anerkannt. Allerdings weisen wir auf die Gefahr „Potemkinscher Dörfer“ hin. 2. Anstellungssituation Vom Prüfungsjahrgang 2011 sind wegen der (angenommenen) ungünstigen Anstellungssituation nach bestandener Prüfung „ganze Seminare“ in andere Bundesländer abgewandert. Dadurch gibt es aktuell (insbesondere an Mittelschulen) einen Bewerbermangel. Dieser Fehler darf sich nach Auffassung des Personalrates nicht wiederholen, weil Bayerns Schulen dringend junge, gut ausgebildete, qualifizierte Nachwuchskräfte benötigen. Präventiv wird deshalb auf unsere Anregung in den Seminaren über die Perspektiven im bayerischen Staatsdienst aufgeklärt. Ansprechpartnerin ist Vanessa Dietz, die Jugend- und Auszubildendenvertreterin in unserem Schulamt. 3. Lehrerbelastungen Die individuelle Belastungssituation eines jeden einzelnen Beschäftigten hängt von einer ganzen Anzahl von Einflussgrößen ab. Der Personalrat erörterte ausführlich mit dem Leiter der Dienstelle Fälle, bei denen Lehrkräfte aktuell hohen Belastungen ausgesetzt sind. Dabei wurden auch Entlastungsmöglichkeiten und eventuelle Unterstützungsangebote besprochen. Erkrankte Kolleginnen und Kollegen können im Rahmen von BEM-Maßnahmen (Betriebliches Eingliederungsmanagement) Hilfen beantragen. Wegen der Verschwiegenheitspflicht (Art. 10 Bay. PVG) können keine Informationen dazu veröffentlicht werden. Der Personalrat wird bei der Personalversammlung zum Thema „Lehrergesundheit – weil ich es mir wert bin“, die am Dienstag, 20.03.12, an der Mittelschule Gochsheim stattfindet, den anwesenden Beschäftigten folgende Resolution vorlegen. Die beruflichen Belastungen von Lehrerinnen und Lehrern sind in den letzten Jahren gestiegen. Ursächlich dafür sind: - neue Aufgaben und Erwartungen im Rahmen des Unterrichts- und Erziehungsauftrages (u. a. flexible Grundschule, Jahrgangsmischungen, Inklusion, veränderte Übertrittbestimmungen, Modularisierung und Individualisierung/ Differenzierung im Unterricht, zu große Gruppen im Fachunterricht, Weiterentwicklung der Mittelschulen, Projektprüfungen, vertiefte Berufsorientierung) - veränderte Kinder und Jugendliche (respektlose Kinder, Schüler mit Defiziten im Lern- und Sozialverhalten, zunehmende Heterogenität der Schülerschaft, gestiegene Erwartungen der Eltern) Dabei unterscheiden sich die individuellen Belastungen durch die spezifischen Rahmenbedingungen. Selbstverständlich gehört es zu den Schulleitungsaufgaben, besonders belastete Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen. In der Regel fehlen allerdings Entlastungsressourcen vor Ort. Wir fordern deshalb, dass auf Schulamtsebene Unterstützungsteams installiert werden. Diese Teams können flexibel in konkreten Belastungssituationen vor Ort eingesetzt werden. 4. Inklusion Der Grundsatz der Inklusion lautet: Nicht das einzelne (behinderte) Kind muss sich der Schule anpassen, sondern die Schule dem einzelnen Kind. Dies im Schulalltag umzusetzen ist durch die Vielfalt (Heterogenität) der Schülerschaft schon bei Nichtbehinderten schwierig. Bei der Inklusion, der Beschulung von Behinderten in Regelklassen, differiert jeder einzelne Fall. In der Sitzung wurden konkrete Fälle erörtert, bei denen Inklusionsmaßnahmen wenig zusätzliche Belastungen für die jeweilige Lehrkraft brachten und Fälle, bei denen die Maßnahme zu nicht akzeptierbaren Belastungen führte. Aus diesem Grund erscheint eine allgemeine Vorbereitung der Schulen (z.B. durch Fortbildungsmaßnahmen) nur bedingt sinnvoll (siehe auch TOP 3, Resolution). Das Schulamt will als erstes Hilfsangebot eine Gesprächsplattform für die Betroffenen organisieren. 5. Projektprüfungen Organisation und Durchführung von Projektprüfungen in den praktischen Fächern des AWT-Unterrichtes sind aufwändig und komplex. Sie erfordern umfangreiche Absprachen und enge Kooperation. Gerade bei Fachlehrerinnen im Bereich EG, die häufig an zwei oder gar drei verschiedenen Schulen eingesetzt sind, erweist sich dies als sehr schwierig. Der Personalrat fordert deshalb bei der Planung des nächstjährigen Fachlehrereinsatzes die diesjährigen Erfahrungen einzubeziehen und Voraussetzungen für enge Kooperationen vor Ort zu schaffen. 6. Stellen im Nachtragshaushalt Entgegen der bisherigen Praxis werden erstmals in einem Nachtragshaushalt 1505 neue Stellen für alle Schularten in Bayern geschaffen. Ein erheblicher Teil ist für die Grund- und Mittelschulen vorgesehen. Im Gespräch sind Stellen für Aufstockung der Mobilen Reserve (siehe TOP 1), Integration (siehe TOP 5), kleine Grundschulen und Kooperationsmodelle. Die endgültige Verteilung der Stellen wird derzeit noch diskutiert und ist auch von Schülerströmen abhängig. Es informiert Sie: Der Personalrat für die Gesamtheit der Volksschulen im Bereich des Staatlichen Schulamtes im Landkreis Schweinfurt (verantwortlich: Walter Schäffer, Vorsitzender)
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